Referenz · MeinDienstarzt · 26.09.2026
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MeinDienstarzt

KV-Dienste abgeben,ohne Telefonkette

MeinDienstarzt bringt niedergelassene Ärzte, die einen Bereitschaftsdienst nicht selbst übernehmen können, mit geprüften Vertretern zusammen. Hier lesen Sie, welches Problem die Plattform löst, wo Automatisierung und KI dem Nutzer Arbeit abnehmen und was andere Betriebe daraus lernen können.

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Nikolai Schöbel und Jeremias Burger, Co-Founder Scalableloops

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Referenz · MeinDienstarzt

MeinDienstarzt ist eine Plattform, auf der niedergelassene Ärzte offene KV-Dienste kostenlos einstellen und geprüfte Vertreter dafür finden. Nach der Zusage beider Seiten wird der Vertretungsvertrag digital bestätigt, eine Servicegebühr fällt laut Anbieter erst bei erfolgreicher Vermittlung an. Die Plattform ist live und in allen 17 KV-Bezirken aktiv; Scalableloops begleitet das Projekt bei der KI-Umsetzung.

In Kürze
  • Ärzte stellen Hausbesuchs-, Sitz-, Kombi- und Hintergrunddienste ein, Vertreter finden sie nach Region und Dienstart.
  • Passende Vertreter werden automatisch benachrichtigt, der Vertrag wird nach beidseitiger Zusage digital bestätigt.
  • Für MVZ gibt es eine zentrale Dienstverwaltung über mehrere Standorte, für Telemedizin ein eigenes Modul.
  • Der Nutzen liegt im Ablauf: weniger Anrufe, klare Übergabe, nachvollziehbare Verträge.
Veröffentlicht 26.09.2026Nikolai Schöbel und Jeremias BurgerLesezeit 7 min
Nikolai SchöbelJeremias Burger

Nikolai Schöbel und Jeremias Burger

Co-Founder der Scalableloops GmbH. Nikolai Schöbel verantwortet Online-Marketing und KI-Strategie, Jeremias Burger die KI-Architektur. Beide bauen und schulen KI-Systeme im eigenen Agenturalltag.

Auf dieser Seite
  1. Warum ist ein KV-Dienst so schwer abzugeben?
  2. Was MeinDienstarzt für Praxen und Vertreter erledigt
  3. Wo KI und Automatisierung dem Nutzer Arbeit abnehmen
  4. Welche Regeln im Bereitschaftsdienst zu beachten sind
  5. Was andere Betriebe aus diesem Projekt lernen können
  6. Wie passt die Plattform in die Arbeit einer Praxis?
  7. Häufige Fragen
  8. So prüfen Sie, ob ein ähnlicher Ablauf zu Ihrem Betrieb passt
  9. Woher die Angaben auf dieser Seite stammen
Ausgangslage

Warum ist ein KV-Dienst so schwer abzugeben?

Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen die ambulante Versorgung auch außerhalb der Sprechstunden sicherstellen, so steht es in § 75 Abs. 1b SGB V. In Deutschland gibt es 17 Kassenärztliche Vereinigungen, und Patienten erreichen den ärztlichen Bereitschaftsdienst bundesweit unter der Rufnummer 116117. Die Dienste dafür leisten zu einem großen Teil die niedergelassenen Ärzte selbst, nach den Bereitschaftsdienstordnungen ihrer KV.

Wer an einem eingeteilten Abend nicht kann, braucht einen Vertreter. In vielen Praxen beginnt dann das, was die Plattform als Ausgangsproblem beschreibt: Telefonketten, einzelne Anfragen bei Kollegen und Unsicherheit, wie die Übergabe rechtlich sauber abläuft.

Diese Unsicherheit hat einen konkreten Anlass. Am 24. Oktober 2023 entschied das Bundessozialgericht (Az. B 12 R 9/21 R), dass ein Zahnarzt, der im vertragszahnärztlichen Notdienst als sogenannter Poolarzt tätig war, in diesem Fall abhängig beschäftigt und damit sozialversicherungspflichtig war. MeinDienstarzt schreibt dazu in seinem Ratgeber, dass mehrere KVen ihre Poolarzt-Modelle daraufhin ausgesetzt haben. Die persönliche Stellvertretung, bei der der eingeteilte Arzt seinen Vertreter selbst beauftragt, bleibe davon unberührt.

Lösung

Was MeinDienstarzt für Praxen und Vertreter erledigt

Die Plattform hat zwei Seiten. Praxen, die einen Dienst abgeben wollen, tragen ihn mit Datum, Region und Dienstart ein. Ärzte, die Dienste übernehmen wollen, legen ein Profil mit ihren Qualifikationen an und suchen nach KV-Bezirk und Dienstart. Laut Anbieter werden nur Ärzte mit deutscher Approbation vermittelt.

Der Ablauf besteht aus drei Schritten: Dienst inserieren, Angebote geprüfter Vertreter erhalten, sicher übergeben. Nach der Zusage beider Seiten wird der Vertretungsvertrag digital bestätigt. Die Verträge sind laut Anbieter juristisch geprüft, dazu kommt ein automatisch erzeugtes Diensttauschformular für die jeweilige KV.

Für Medizinische Versorgungszentren gibt es einen eigenen Bereich. Dort koordiniert das MVZ die KV-Dienste mehrerer Standorte und Fachbereiche in einer zentralen Übersicht und sieht offene Schichten auf einen Blick. Bei Ausfällen schlägt das System bevorzugt Vertreter vor, die das Haus bereits kennen und positiv bewertet wurden.

DiensttypWas er umfasst
HausbesuchsdienstFahrten zu Patienten, meist abends und am Wochenende
SitzdienstFester Platz in der Bereitschaftspraxis mit planbaren Zeiten
KombidienstSitz- und Fahrdienst kombiniert
HintergrunddienstTelefonische Rufbereitschaft, oft rein virtuell
KI im Einsatz

Wo KI und Automatisierung dem Nutzer Arbeit abnehmen

Aus Sicht einer Praxis zählt nicht, welche Technik im Hintergrund läuft, sondern wie viele Handgriffe zwischen „Ich kann nicht“ und „Der Dienst ist besetzt“ liegen. An diesen Stellen setzt die Plattform an:

Benachrichtigen statt telefonieren. Sobald ein Dienst eingetragen ist, werden passende Vertreter automatisch informiert. Die Praxis muss niemanden einzeln anrufen.

Vorschlagen statt suchen. Im MVZ-Bereich gleicht die Plattform offene Dienste mit passenden Ärzten ab und schlägt sie vor. Das MVZ wählt aus oder lässt automatisch buchen.

Dokumentieren statt abtippen. Das Telemedizin-Modul, das MeinDienstarzt mit JourF'x anbietet, erfasst medizinische Inhalte automatisch und strukturiert die Dokumentation mit KI-Unterstützung.

Die Entscheidung bleibt beim Menschen: Welcher Vertreter den Dienst übernimmt, entscheiden die beteiligten Ärzte. Diese Rollenverteilung empfehlen wir für jeden KI-Einsatz im Gesundheitswesen: Die Maschine sortiert und bereitet vor, der Arzt entscheidet und trägt die Verantwortung.

Recht

Welche Regeln im Bereitschaftsdienst zu beachten sind

Bei der Vertretung im KV-Dienst geht es um drei Rechtsgebiete: das Vertragsarztrecht der KV, das Sozialversicherungsrecht und den Datenschutz.

Für die Rollenverteilung fasst MeinDienstarzt die Linie seiner Verträge so zusammen: „Auftraggeber ist nicht die KV, sondern der niedergelassene Arzt selbst.“ Bei der persönlichen Stellvertretung bleibt der Dienst dem eingeteilten Arzt zugeordnet, er beauftragt den Vertreter und muss sich von dessen Eignung überzeugen. Welche Voraussetzungen im Einzelnen gelten, regelt die Bereitschaftsdienstordnung der jeweiligen KV. Wer unsicher ist, fragt dort nach.

Sobald Patientendaten ins Spiel kommen, etwa bei Telemedizin und Dokumentation, sind es Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO. Ihre Verarbeitung ist grundsätzlich untersagt und nur mit einer der dort genannten Ausnahmen erlaubt, zum Beispiel für Zwecke der Gesundheitsversorgung. MeinDienstarzt gibt an, Daten verschlüsselt zu übertragen und ausschließlich in Deutschland zu speichern.

Für den KI-Teil gilt zusätzlich die europäische KI-Verordnung. Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025 und seit dem 27. Juli 2026 in der durch die Verordnung (EU) 2026/1744 geänderten Fassung: Betriebe müssen Maßnahmen ergreifen, die den Aufbau von KI-Kompetenz unterstützen, aber für keine Person ein bestimmtes Kompetenzniveau garantieren. Was das für eine Praxis heißt, erklären wir im Beitrag zur KI-Schulungspflicht nach Artikel 4.

Übertragbar

Was andere Betriebe aus diesem Projekt lernen können

Das Muster hinter MeinDienstarzt findet sich in vielen Branchen: eine wiederkehrende Aufgabe, bei der zwei Seiten zueinander finden müssen und die bisher über Telefon und Einzelanfragen läuft. Schichttausch in der Pflege, Vertretungen im Handwerk, Einsatzplanung in der Gastronomie folgen demselben Schema.

Drei Punkte machen solche Projekte tragfähig. Erstens beginnt der Nutzen beim Ablauf, nicht bei der KI: Erst wenn klar ist, wer wann was braucht, lohnt sich Automatisierung. Zweitens gehört die Rechtslage in den Ablauf selbst, als geprüfter Vertrag und als Formular, das automatisch entsteht. Drittens bleibt die Entscheidung beim Menschen, die Maschine bereitet nur vor.

  1. 01

    Ablauf klären

    Zuerst

    Wer stellt ein, wer übernimmt, wann ist der Vorgang erledigt? Ohne diese Klarheit automatisiert KI nur das Durcheinander.

  2. 02

    Recht einbauen

    Dann

    Verträge, Formulare und Nachweise entstehen im Ablauf, nicht nachträglich per Mail.

  3. 03

    Vorbereiten lassen

    Danach

    Benachrichtigen, abgleichen, dokumentieren übernimmt das System.

  4. 04

    Freigabe behalten

    Immer

    Die Entscheidung trifft ein Mensch, der die Verantwortung trägt.

Einordnung

Wie passt die Plattform in die Arbeit einer Praxis?

Für eine Arztpraxis ist die Dienstvermittlung ein Baustein unter mehreren, bei denen KI Verwaltungsarbeit abnehmen kann. Welche Aufgaben das sind, wo die Grenzen liegen und was Schweigepflicht und Datenschutz verlangen, zeigen wir in der Anleitung KI nutzen für die Arztpraxis.

Eine verwandte Referenz aus dem Gesundheitswesen ist der KI-Sprachassistent für die Arztpraxis, der sich derzeit in der Erprobung befindet.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was kostet MeinDienstarzt für die abgebende Praxis?

Registrierung und Einstellen von Diensten sind laut Anbieter für Abgeber kostenfrei. Eine Servicegebühr fällt erst an, wenn ein Vertreter erfolgreich vermittelt wurde. Die aktuellen Konditionen nennt der Anbieter auf seiner Website.

Welche Dienste lassen sich vermitteln?

Hausbesuchsdienste, Sitzdienste in der Bereitschaftspraxis, Kombidienste aus Sitz- und Fahrdienst sowie Hintergrunddienste mit telefonischer Rufbereitschaft. Dazu kommt ein Modul für telemedizinische Sprechstunden.

In welchen Regionen ist die Plattform aktiv?

Laut Anbieter bundesweit in allen 17 KV-Bezirken, von Baden-Württemberg bis Westfalen-Lippe.

Ersetzt die Plattform die Absprache mit der KV?

Nein. Welche Voraussetzungen ein Vertreter erfüllen muss und wie ein Diensttausch gemeldet wird, regelt die Bereitschaftsdienstordnung der jeweiligen KV. Die Plattform erzeugt das Diensttauschformular, die Regeln der KV gelten weiter.

Wer entscheidet, welcher Vertreter den Dienst übernimmt?

Die beteiligten Ärzte. Das System benachrichtigt und schlägt vor, die Zusage geben beide Seiten selbst.

Welche Rolle hat Scalableloops?

Scalableloops begleitet das Projekt bei der KI-Umsetzung. Betreiber der Plattform ist MeinDienstarzt.

Was jetzt

So prüfen Sie, ob ein ähnlicher Ablauf zu Ihrem Betrieb passt

  1. 01

    Engpass benennen

    Schreiben Sie auf, welche wiederkehrende Aufgabe in Ihrem Betrieb heute über Telefon und Einzelanfragen läuft.

  2. 02

    Ablauf aufzeichnen

    Halten Sie fest, wer beteiligt ist, welche Informationen fließen und wann der Vorgang als erledigt gilt.

  3. 03

    Recht klären

    Klären Sie, welche Verträge, Formulare und Datenschutzregeln der Ablauf braucht, bevor etwas automatisiert wird.

  4. 04

    Umsetzung planen

    Prüfen Sie, welche Schritte ein System vorbereiten kann und wo ein Mensch entscheidet. Dabei unterstützen wir mit einem betriebseigenen KI-Agentensystem oder einer KI-Schulung für Ihr Team.

MeinDienstarzt zeigt, dass KI im Gesundheitswesen dort am meisten bewirkt, wo sie einen klaren Ablauf beschleunigt und die Entscheidung beim Arzt lässt. Der größere Teil der Arbeit liegt im sauberen Ablauf und in der Rechtslage, die in ihn eingebaut ist.

oder anrufen: +49 151 1576 5566

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