Was regelt dieKI-Verordnung?
Die KI-Verordnung gilt nicht auf einen Schlag, sondern Stück für Stück. Hier steht, welche Teile Ihren Betrieb heute schon betreffen.
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KI-Governance besprechen oder anrufen: +49 151 1576 5566Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689, international AI Act genannt, ist das EU-Gesetz für KI-Systeme. Sie tritt nicht auf einen Schlag in Kraft, sondern in Stufen, und genau das sorgt im Alltag für die meisten Missverständnisse.
- Seit 2. Februar 2025: Artikel 4 zur KI-Kompetenz.
- Seit 2. August 2026: Transparenzpflichten nach Artikel 50.
- Ab 2. Dezember 2027: Hochrisiko-Regeln für Systeme nach Anhang III.
- Aufsicht in Deutschland: grundsätzlich die Bundesnetzagentur.
Welche Teile der KI-Verordnung gelten für Ihren Betrieb schon heute?
Zwei Stellen betreffen fast jeden Betrieb, der mit KI arbeitet. Artikel 4 verlangt, dass Anbieter und Betreiber die KI-Kompetenz ihres Personals unterstützen, egal in welcher Branche und wie groß der Betrieb ist. Und Artikel 50 sorgt dafür, dass Kunden im Chat oder am Telefon spätestens bei der ersten Interaktion erfahren, dass eine KI antwortet.
Die Regeln für Hochrisiko-Systeme (etwa Software, die Bewerbungen sichtet oder die Kreditwürdigkeit von Privatpersonen prüft) sollten eigentlich schon ab August 2026 gelten. Der Digital Omnibus, also die Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, hat sie verschoben, unter anderem weil Normen fehlten und Behörden noch nicht eingerichtet waren.
Wie ordnet die KI-Verordnung Chatbots und KI-Agenten ein?
Sie denkt in Rollen, nicht in Produktnamen: Wer ein KI-System unter eigenem Namen auf den Markt bringt, ist Anbieter, wer es beruflich in eigener Verantwortung nutzt, ist Betreiber. Auch die Anforderungen an Agentic AI unter dem EU AI Act folgen diesem Muster, denn eine eigene Kategorie für KI-Agenten gibt es gar nicht. Sie gelten als KI-Systeme nach Artikel 3 Nummer 1, und was dazukommt, hängt schlicht davon ab, wofür man sie einsetzt.
Wer kontrolliert die KI-Verordnung in Deutschland?
Seit das KI-MIG am 29. Juli 2026 in Kraft trat, ist grundsätzlich die Bundesnetzagentur Marktüberwachungsbehörde, Anlaufstelle und Beschwerdestelle. Branchen mit eigener Fachaufsicht behalten sie aber, im Finanzsektor bleibt etwa die BaFin zuständig.
Bei den Bußgeldern lohnt genaues Hinsehen. Bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes gelten für verbotene Praktiken nach Artikel 5, nicht für die Schulungspflicht. Für Verstöße gegen Artikel 50 liegt der Rahmen bei 15 Millionen Euro oder 3 Prozent, und kleine und mittlere Unternehmen trifft dann der niedrigere Betrag.
Häufige Fragen
Seit wann gilt die KI-Verordnung?
Gestaffelt. Artikel 4 gehört zu Kapitel I und ist deshalb schon seit Februar 2025 anwendbar, für Hochrisiko-Systeme nach Anhang I geht es dagegen erst am 2. August 2028 los.
Welche Pflichten haben kleine Unternehmen 2026?
Artikel 4 gilt unabhängig von der Betriebsgröße, Maßnahmen für die KI-Kompetenz sind also auch im kleinen Team Pflicht. Spricht eine KI mit Kunden, kommt der Hinweis nach Artikel 50 dazu.
Brauche ich ein Zertifikat für die KI-Verordnung?
Für die KI-Kompetenz nach Artikel 4 nicht, das stellt die EU-Kommission klar. Eine interne Aufzeichnung der Schulungen kann genügen.
Begriffe, die Sie im selben Zusammenhang kennen sollten
Anbieter, Betreiber, Einführer und Händler (KI-Verordnung) · KI-Kompetenz (Artikel 4) · Kennzeichnungspflicht für KI (Artikel 50) · Protokollierungspflicht (KI-Verordnung) · KI-Governance · Zum KI-Glossar A-Z
Wer heute weiß, welche Artikel seinen Betrieb schon betreffen, muss 2027 nicht unter Zeitdruck nachrüsten.

