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Wo Ihr Shop Zeit verliertund wie die ShopwarePerformance besser wird

Inhalt dieses Ratgebers
Das Wichtigste in Kürze
- Den eingebauten Seiten-Cache nennt Shopware für jedes Produktivsystem ein Muss. Laufen mehrere App-Server, empfiehlt die Dokumentation einen Reverse Proxy wie Varnish davor.
- Sessions landen ohne weitere Einstellung meist im Dateisystem. Für größere Setups mit viel Verkehr empfiehlt Shopware eine andere Ablage, etwa Redis.
- Im Produktivbetrieb soll die Message Queue laut Shopware über die Kommandozeile laufen, nicht über den Admin-Worker im Browser.
- Gemessen wird an LCP, INP und CLS. Gut sind laut Google höchstens 2,5 Sekunden, unter 200 Millisekunden und unter 0,1.
Ihr Shop soll schneller werden und Sie suchen den richtigen Ansatzpunkt? Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir uns Ihr Vorhaben an.
Messung
Wie messen Sie die Shopware Performance Ihres Shops?
Die Shopware Performance messen Sie am besten an den Core Web Vitals, weil sie zeigen, was Besucher spüren, und nicht nur, wie schnell der Server antwortet. Google nennt drei Werte: Der größte sichtbare Inhalt (LCP) sollte innerhalb von 2,5 Sekunden stehen, die Reaktion auf eine Eingabe (INP) unter 200 Millisekunden liegen und die Verschiebung des Layouts (CLS) unter 0,1 bleiben.
Für den Anfang reichen zwei kostenlose Werkzeuge von Google. PageSpeed Insights prüft eine einzelne Seite, und der Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console zeigt, wie ganze Gruppen von Seiten abschneiden. Messen Sie nicht nur die Startseite, sondern auch eine Kategorie mit vielen Filtern, eine Produktseite und den Warenkorb, denn dort sitzen die Unterschiede (die Startseite ist oft die schnellste Seite des ganzen Shops).
Halten Sie den Stand vor jeder Änderung fest. Wer drei Dinge gleichzeitig umstellt und danach eine bessere Zahl sieht, weiß hinterher nicht, welche der drei es war, und kann die beiden anderen auch nicht mehr guten Gewissens behalten oder zurücknehmen.
Cache
Welches Shopware Caching bringt am meisten?
Beim Shopware Caching kommt zuerst der eingebaute HTTP-Cache, den die Entwicklerdokumentation für jedes Produktivsystem als Pflicht bezeichnet. Er speichert fertige Seiten und liefert sie aus, ohne dass Shopware sie bei jedem Aufruf neu zusammenbaut. Eingeschaltet wird er über die Umgebungsvariable SHOPWARE_HTTP_CACHE_ENABLED, die Lebensdauer der Einträge regelt SHOPWARE_HTTP_DEFAULT_TTL.
Laufen mehrere App-Server nebeneinander, rät Shopware zu einem Reverse Proxy, der vor dem Shop sitzt und die Seiten selbst ausliefert. Dokumentiert ist dafür vor allem Varnish, das die Seiten im Arbeitsspeicher hält und ausliefert, bevor eine Anfrage überhaupt beim Shop ankommt. Für einen einzelnen Server ist das oft mehr Aufwand als Nutzen, für Shops mit Lastspitzen dagegen häufig der größte einzelne Hebel.
Eine Grenze hat jeder Seiten-Cache, und die sollten Sie kennen: Personalisierte Inhalte lassen sich nicht einfach für alle zwischenspeichern. Ein Cache gleicht deshalb keine langsamen Abfragen im Code aus, er versteckt sie nur so lange, bis jemand eine Seite aufruft, die nicht im Cache liegt.
| Baustein | Was er beschleunigt | Wann er sich lohnt |
|---|---|---|
| HTTP-Cache | Auslieferung fertiger Seiten | in jedem Produktivsystem |
| Reverse Proxy (Varnish) | Auslieferung vor dem Shop, entlastet die App-Server | mehrere App-Server, Lastspitzen |
| Redis für Sessions und Cache | Zugriffe, die sonst Dateisystem oder Datenbank belasten | größere Setups, viel Verkehr |
| OpenSearch oder Elasticsearch | Suche, Produktlisten, Suche in der Administration | große Sortimente, viele Filter |
| Worker über die Kommandozeile | Hintergrundaufgaben ohne Browser | laut Shopware in jedem Produktivsystem |
Redis
Wofür braucht Shopware Redis?
Shopware nutzt Redis als schnellen Zwischenspeicher für Sessions und Cache, damit diese Zugriffe nicht auf Festplatte oder Datenbank landen. Ohne weitere Einstellung verwendet Shopware die Session-Ablage, die in PHP eingestellt ist, laut Dokumentation auf den meisten Installationen das Dateisystem.
Für größere Setups mit Clustern oder viel Verkehr empfiehlt die Dokumentation eine andere Ablage wie Redis, um die Datenbank zu entlasten. Werden die Sessions zentral in Redis gehalten, müssen die einzelnen App-Server keinen eigenen Zustand mehr tragen und lassen sich leichter nebeneinander betreiben. Statt Redis selbst kommt inzwischen auch der quelloffene Ableger Valkey in Frage, den Shopware im Hosting-Leitfaden ebenfalls nennt.
Für Sessions sollten Sie Redis nicht als reinen Arbeitsspeicher ohne Sicherung betreiben, sonst sind nach einem Neustart alle Warenkörbe und Anmeldungen weg. Die Dokumentation empfiehlt dafür die Persistenz von Redis. Fragen Sie Ihren Hoster also nicht nur, ob Redis verfügbar ist, sondern auch, wie es gesichert wird.
Suche
Wann lohnt sich Shopware mit Elasticsearch oder OpenSearch?
Shopware mit Elasticsearch oder OpenSearch lohnt sich, sobald die Suche und die Produktlisten über die Datenbank spürbar langsamer werden. Die Suchmaschine übernimmt dann die Produktsuche im Storefront, die Listen in den Kategorien und die Suche in der Administration, und die Datenbank muss diese Abfragen nicht mehr selbst beantworten.
Wo genau die Schwelle liegt, beantworten die Quellen unterschiedlich. Die Shopware-Dokumentation spricht von Projekten mit mehreren tausend Datensätzen, Fachartikel setzen die Grenze mal bei 1.000 und mal bei 10.000 Artikeln an. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf eine Zahl, sondern messen Sie Ihre langsamste Kategorie mit allen Filtern.
Technisch ist die Suche optional, Shopware läuft auch ohne sie. Dazu kommt aber ein eigener Dienst, der Arbeitsspeicher und Pflege braucht, und die Daten müssen nach Änderungen neu indexiert werden. Für einen kleinen Shop mit wenigen hundert Artikeln ist das oft mehr Betrieb, als es an Tempo bringt.
Hintergrund
Warum bremst der Admin-Worker die Shopware Performance?
Der Admin-Worker bremst die Shopware Performance, weil er Hintergrundaufgaben über den Browser abarbeitet, solange jemand in der Administration angemeldet ist. Die Entwicklerdokumentation ist da eindeutig: Auf einem Produktivsystem soll die Message Queue über die Kommandozeile verarbeitet werden statt über den Browser in der Administration.
Der Grund ist zweifach. Sind mehrere Personen in der Administration angemeldet, erzeugt der Admin-Worker hohe CPU-Last, und ist niemand angemeldet, bleiben die Aufgaben einfach liegen. Abgeschaltet wird er in der Konfiguration über enable_admin_worker: false, und an seine Stelle tritt ein Worker, den systemd oder supervisor dauerhaft am Laufen hält und bei Bedarf neu startet.
Bevor Sie das umstellen, klären Sie mit Ihrem Hoster, ob dauerhaft laufende Prozesse erlaubt sind. Nicht jedes Hosting-Paket lässt das zu, und dann läuft ein abgeschalteter Admin-Worker auf gar keinen Worker hinaus.
Storefront
Anpassungen an Ihrer Storefront, sauber getestet.
Wir passen Storefront und Erweiterungen an Ihr Projekt an und testen auf Shopware 6.6 und 6.7. Dabei sprechen Sie direkt mit den Entwicklern.
Bilder
Wie optimieren Sie Shopware bei Bildern?
Bilder in Shopware optimieren Sie über passende Vorschaugrößen und ein kompaktes Format, weil das Produktbild auf vielen Seiten genau das Element ist, an dem der LCP-Wert gemessen wird. Shopware erzeugt für hochgeladene Bilder standardmäßig Vorschaubilder in 400 × 400, 800 × 800 und 1920 × 1920 Pixeln. Größen und Qualität dieser Vorschaubilder lassen sich in den Einstellungen des jeweiligen Medienordners anpassen.
WebP nimmt Shopware als Dateiformat an. Laut Google sind verlustbehaftete WebP-Bilder bei gleicher Qualität 25 bis 34 Prozent kleiner als vergleichbare JPEG-Dateien. Ob ein Theme die Bilder dann auch in der richtigen Größe ausliefert, prüfen Sie am besten direkt in PageSpeed Insights, das zu große Bilder einzeln auflistet.
Ein Fehler kommt dabei immer wieder vor: Das Hauptbild einer Seite wird erst nachgeladen, wenn man scrollt. Was über dem sichtbaren Rand steht, sollte sofort laden, alles darunter darf warten.
Plugins
Welche Plugins bremsen die Shopware Performance?
Plugins bremsen die Shopware Performance dann, wenn sie bei jeder Anfrage zusätzliche Datenbankabfragen, Event-Listener oder Skripte im Storefront mitbringen, und das sieht man ihnen von außen nicht an. Der schnellste Weg zur Ursache ist ein Profiler. Shopware hat Schnittstellen für Profiler wie den Symfony-Profiler und Tideways eingebaut, die zeigen, welcher Teil einer Anfrage wie viel Zeit braucht.
Häufig ist es gar nicht das große Shop-Plugin, sondern eine eigene Anbindung, etwa an die Warenwirtschaft, die im Checkout mehr Daten lädt als nötig. Solche Fälle findet man nur mit Messung, nicht durch Raten. Ausgeschaltete, aber installierte Erweiterungen sollten Sie trotzdem regelmäßig aufräumen, denn auch sie müssen bei jedem Update mitgedacht werden.
Wenn Sie eine Funktion neu bauen lassen, gehört die Performance ins Briefing. Bei der Shopware-Entwicklung bei Scalableloops testen wir eigene Erweiterungen auf Shopware 6.6 und 6.7, bevor sie live gehen. Wie so ein Vorhaben abläuft und was es von einem Store-Plugin unterscheidet, steht im Beitrag Shopware-Plugin entwickeln und in der Abwägung kaufen oder bauen lassen.
Hosting
Welches Shopware Hosting braucht Shopware 6.7?
Für das Shopware Hosting nennt der Hosting-Leitfaden in der Entwicklerdokumentation (Stand Oktober 2026, Shopware 6.7) PHP ab 8.2, ein Speicherlimit von mindestens 512 MB und eine Datenbank mit MariaDB ab 10.11 oder MySQL 8.0. Redis ab Version 7 sowie eine Suche über OpenSearch oder Elasticsearch sind dort als optional aufgeführt.
Optional heißt hier: Der Shop startet auch ohne. Für einen Shop mit Umsatz ist die Liste aber eher eine Untergrenze als eine Empfehlung, und einzelne Fachartikel raten im Produktivbetrieb zu mehr Speicher als den 512 MB. Fragen Sie beim Hosting deshalb nach den Diensten aus dem Abschnitt oben, nicht nur nach Prozessorkernen und Arbeitsspeicher.
Versionen ändern sich mit jeder größeren Shopware-Version. Vor einem Wechsel lohnt der Blick in den Beitrag zum Shopware-Update, denn ein Update auf eine neue Hauptversion bringt oft auch neue Mindestanforderungen an PHP und Datenbank mit.
| Komponente | Laut Shopware-Dokumentation (6.7, Stand Oktober 2026) | Hinweis |
|---|---|---|
| PHP | ab 8.2 | memory_limit mindestens 512 MB, max_execution_time mindestens 30 Sekunden |
| Datenbank | MariaDB ab 10.11 oder MySQL 8.0 | Pflicht |
| Redis | ab Version 7 | optional, für Sessions und Cache sinnvoll |
| OpenSearch oder Elasticsearch | optional | für große Sortimente sinnvoll |
| Worker für die Message Queue | über die Kommandozeile | dauerhaft laufende Prozesse beim Hoster klären |
Nächste Woche
So verbessern Sie die Shopware Performance Schritt für Schritt
- 01Ausgangswert messenPrüfen Sie Startseite, eine Kategorie mit Filtern, eine Produktseite und den Warenkorb in PageSpeed Insights und notieren Sie LCP, INP und CLS.
- 02Grundlagen prüfenKlären Sie, ob der Seiten-Cache aktiv ist, ob der Admin-Worker noch läuft und wo Sessions und Cache gespeichert werden. Das beantwortet Ihr Hoster oder Entwickler meist in einem Gespräch.
- 03Eine Änderung nach der anderenStellen Sie immer nur einen Baustein um und messen Sie danach dieselben Seiten erneut. So bleibt sichtbar, was gewirkt hat.
- 04Plugins und Bilder angehenBleibt eine Seite langsam, suchen Sie mit einem Profiler nach der Ursache und prüfen Sie Größe und Format der Bilder. Für eine zweite Meinung gibt es die kostenlose Beratung.
Häufige Fragen
Ihre Frage ist nicht dabei? Kostenlose Beratung
Was bringt bei der Shopware Performance am schnellsten etwas?
In den meisten Shops zuerst der eingebaute Seiten-Cache, den Shopware für jedes Produktivsystem als Pflicht bezeichnet. Danach kommen der Wechsel vom Admin-Worker auf einen Worker über die Kommandozeile und Redis für Sessions und Cache. Messen Sie vorher und nachher, damit Sie wissen, was gewirkt hat.
Brauche ich für Shopware Varnish?
Nicht unbedingt. Shopware empfiehlt einen Reverse Proxy wie Varnish vor allem dann, wenn mehrere App-Server laufen. Bei einem einzelnen Server reicht oft der eingebaute Seiten-Cache.
Ist Shopware Elasticsearch Pflicht?
Nein, OpenSearch und Elasticsearch sind laut Dokumentation optional. Sie lohnen sich, wenn Suche und Kategorien mit vielen Filtern langsam werden. Wo die Schwelle liegt, setzen Quellen unterschiedlich an, deshalb hilft eine Messung Ihrer langsamsten Kategorie mehr als eine Faustregel.
Wie schalte ich den Admin-Worker in Shopware ab?
Über die Einstellung enable_admin_worker: false in der Shopware-Konfiguration. Vorher muss ein Worker über die Kommandozeile laufen, der dauerhaft aktiv bleibt, zum Beispiel über systemd oder supervisor, sonst werden Hintergrundaufgaben gar nicht mehr abgearbeitet.
Welche Werte sollte ein schneller Shopware-Shop erreichen?
Google nennt als gut einen LCP von höchstens 2,5 Sekunden, einen INP unter 200 Millisekunden und einen CLS unter 0,1. Prüfen lassen sich die Werte mit PageSpeed Insights und im Bericht zu den Core Web Vitals in der Search Console.
Kann ein einzelnes Plugin den ganzen Shop verlangsamen?
Ja, das kommt vor, vor allem bei Anbindungen an andere Systeme, die im Checkout zu viele Daten laden. Ein Profiler wie Tideways oder der Symfony-Profiler zeigt, welcher Teil einer Anfrage die Zeit verbraucht.
Ein schneller Shop entsteht selten aus einem großen Umbau, eher aus einer Handvoll richtig gesetzter Grundlagen und der Gewohnheit, nach jeder Änderung nachzumessen.
Nikolai Schöbel · Jeremias BurgerGründer und Geschäftsführer der Scalableloops GmbH, Standorte Eggenfelden und Passau. Nikolai Schöbel und Jeremias Burger haben die Scalableloops GmbH gegründet und führen sie. Das Team entwickelt eigene Erweiterungen für Shopware 6.6 und 6.7 und baut individuelle Lösungen für Shops. Ansprechpartner für Ihr Projekt sind die Entwickler selbst.
Quellen
- Shopware Developer Documentation: Hosting, empfohlener Stack und unterstützte Versionen, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Caches, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Performance Tweaks, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Reverse HTTP Cache, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Session, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Message Queue, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: Elasticsearch Setup, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Developer Documentation: ADR Profiler-Integrationen, abgerufen 05.10.2026
- Shopware Dokumentation: Medien, abgerufen 05.10.2026
- web.dev: Web Vitals, abgerufen 05.10.2026
- Google Search Central: Core Web Vitals, abgerufen 05.10.2026
- Google for Developers: WebP, abgerufen 05.10.2026
- XICTRON: Shopware 6 Performance-Optimierung 2026, abgerufen 05.10.2026
- Qualimero: Shopware Performance Optimierung, Praxis-Guide, abgerufen 05.10.2026
- Qualimero: Shopware Hosting, Kosten, Anbieter, Technik, abgerufen 05.10.2026
- HQ GmbH: Shopware 6 Performance Optimization, abgerufen 05.10.2026
- Tideways: Optimizing Shopware 6 Checkout Performance with Callgraph Tracepoints, abgerufen 05.10.2026
- ThemeWare: Bildgrößen in Shopware 6, abgerufen 05.10.2026
- Scalableloops: Shopware-Entwicklung, abgerufen 05.10.2026
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